
Händels 1735 für das Covent Garden Theater London komponierte „Alcina“ gleicht einer Hitparade italienischer Barockmusik und einem Kaleidoskop über das Phänomen der Liebe, der Gefühle und Leidenschaften, die sie auslöst.
Alcina ist eine jedermann „verzaubernde“ Frau und ist sich dieser Macht bewusst. Ruggiero ist ihr in blinder Liebe verfallen, hat seine Braut Bradamante und seine Ziele vergessen. Bradamante, als Mann verkleidet, gibt sich als ihr eigener Bruder Ricciardo aus und will ihren Geliebten Ruggiero in ihr Leben zurückholen. Ihre äußere Erscheinung bewirkt, dass sich Morgana, die Schwester Alcinas, in den vermeintlichen Mann verliebt. Aber Morgana gehört zu Oronte, und der ersinnt eine Intrige, um Ricciardo loszuwerden. In diesem Beziehungsgeflecht wird Alcina zum ersten Mal selbst die schmerzlichen Gefühle der Liebe durchleiden, weil Ruggiero zur Vernunft kommt, Bradamante wiedererkennt und sich von Alcina abwendet.
Wie Händel die ungeheure Wandlung seiner Titelheldin von der überlegenen Machthaberin zur ohnmächtig liebenden Verliererin gestaltet, ergreift das Publikum bis heute. |
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Mit der 1782 im Wiener Burgtheater uraufgeführten „Entführung aus dem Serail“ entsprach Mozart dem Zeitgeschmack nach Opern mit orientalischem Sujet und erfüllte den Auftrag seines
Kaisers, ein deutsches Nationalsingspiel zu schaffen.
Belmonte und Konstanze, ein Liebespaar aus Spanien, war auf einer Seereise von Piraten überfallen und getrennt worden. Konstanze ist mit dem Dienerpaar, der Blonden und Pedrillo, in Gefangenschaft des türkischen Bassa Selim geraten. Der Bassa will Konstanze zur Lieblingsfrau seines Harems machen. Freundlich wirbt er um sie und droht zugleich, sie auch mit Gewalt gefügig machen zu können. Konstanze verweigert sich ihm, obwohl sie kaum Hoffnung hat, Belmonte je wiederzusehen. Für die Treue zu ihrem Geliebten ist sie bereit, Martern aller Arten zu erleiden, auch den Tod.
Für den heiteren Singspiel-Ton sorgt das Geschehen um Osmin. Der hoffnungslos in das blonde Mädchen verliebte Aufseher über das Serail gerät durch ihr kokettes Spiel und die Versuchung des Alkohols in Konflikt. Sein Glaube an das System des Bassa zerbricht an der sich durch Vernunft und Vergebung wandelnden Haltung seines Vorgesetzten. |