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Rossinis „Aschenputtel“ basiert auf der französischen Märchenversion von Charles Perrault der wiederum auf das „Pentamerone“, eine italienische Märchensammlung zurückgegriffen hatte. Auch in der Opernversion bekommt ein einfaches Mädchen die Chance, an einer fürstlichen Brautwahl teilzunehmen. Angelina lebt im Hause ihres Stiefvaters Don Magnifico und ihrer beiden Stiefschwestern als Dienstmagd und wird von allen nur das Aschenputtel (Cenerentola) genannt. Alidoro, Philosoph und Erzieher des Fürsten Ramiro, will in Erfahrung bringen, wer sich zur künftigen Braut des Fürsten eignet. In der Verkleidung eines Bettlers erkennt er Angelinas gutes Herz und schickt Ramiro auf Brautschau in das Haus Magnificos. Um eine rechtschaffene Frau zu finden, die nicht nur auf Reichtum und Titel aus ist, tauscht Fürst Ramiro mit seinem Diener Dandini die Rollen. So kommt es, dass sich Angelina und der vermeintliche Diener auf den ersten Blick ineinander verlieben ... Angelina zeigt jedoch auch im happy end als Fürstin Angelina wahre Tugend und verzeiht Stiefvater und Stiefschwestern trotz aller erlittenen Demütigungen.
Rossinis große Kunst der musikalischen Komödie übertraf mit „La Cenerentola“ an Beliebtheit im 19. Jahrhundert sogar seinen „Barbier von Sevilla“. Auch hier fehlen weder brillante Belcanto Arien, noch kunstvoll arrangierte Ensembles, weder erfrischende Chorszenen noch eine dramatische Gewitter-Musik. Zugleich gelingt ihm mit einer einzigen schlichten Melodie für Angelina, ihrem Lied „Es war einmal ein König…“, die Komödie immer wieder zu durchbrechen und die menschliche Seele zu berühren. |
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